Artikel,  Gemeinderat Rümlingen

Wenn man vor lauter GLA nur noch Bahnhof versteht.

Das Telefon klingelt und es zeigt die Nummer von Susanne Strub, SVP Landrätin aus
Häfelfingen, an: Sali Matthias – los, dr Peter (Riebli) und i si am SVP Parteitag verhinderet.
Chöntsch nid du fürs Läufelfingerli go d’Argumänt verträtte?
Der Rest ist Geschichte: Die SVP Basis hat gegen die beiden Finanzbeschlüsse des 8.
Generellen Leistungsauftrags (GLA) für die Jahre 2020 und 2021 entschieden. Sie will, dass
der Landrat erneut prüft, in welcher Form die S9 auch künftig durch das Homburgertal fahren
kann. Sie soll Berufsleute, Auszubildende, Touristen und alle anderen Nutzer des
Läufelfingerlis weiterhin sicher, rasch, zuverlässig und ökologisch befördern. Ja, der
Entscheid fiel knapp aus. Es sei gut mobilisiert worden, damit ein solches Urteil überhaupt
möglich wurde. Das mag sein – aber lebt nicht unsere direkte Demokratie genau davon
Menschen zu mobilisieren ihre Meinung Kund zu tun? Die Basis sagt „Nein“. Jetzt gilt es für
die Mandatsträger zu hören. Denn wie Roger Köppel in seinem anschliessenden Referat am
Parteitag mehrmals erwähnte – die Basis ist der Chef.
Mit einem Nein am 26. November werden die beiden Finanzbeschlüsse ausser Kraft gesetzt.
Dies ist leider die einzige Möglichkeit, dem Läufelfingerli eine Zukunft zu geben. Aber weder
dem Komitee ProS9 noch mir ist in irgendeiner Weise daran gelegen, die übrigen Punkte des
8. GLA in Frage zu stellen. Dies kann nicht genug betont werden. Gerade auch darum, weil
schon wieder Stimmen laut werden welche verkünden ja gar drohen, dass wenn das
Läufelfingerli gerettet werden soll, andere Linien „büssen“ müssen. Nein! Wer so
argumentiert hört nicht, was die Basis will. Wer mit dem 8. GLA ein besseres Angebot erhält,
soll dies auch 2020 und 2021 haben. Aber durchs Homburgertal soll neben der Buslinie 108
auch die S9 weiterhin verkehren und uns das Mittelland erschliessen.
Mit einem Nein am 26. November wird aber nicht automatisch der jetzige Zustand
weitergeführt. Der Kostendeckungsgrad ist mit 20% unbestritten tief. Wir müssen Lösungen
finden, damit wir in vier Jahren nicht wieder gleich weit sind. Vorerst geht der Ball dann aber
zurück an den Landrat. Er erhält den klaren Auftrag, die S9 wieder im GLA zu
berücksichtigen. Zeitlich trifft sich dies sehr gut, da in dieser Zeit auch der Kanton Solothurn
sein Pendant zum GLA erarbeiten wird. So kann die Zukunft dieser interkantonalen Linie
auch interkantonal und partnerschaftlich geplant werden.
Und vielleicht noch ein Wort dazu, dass das Homburgertal mit den Füssen bereits abgestimmt
hätte. Diesen Eindruck hatte ich an der Landsgemeinde in Rümlingen auch. So viele
Menschen kamen und waren in Rümlingen zu Gast. Gemeinsam haben sie bekräftigt, sich für
die S9 einzusetzen. Nehmen wir das Nein der Basis auf und tragen es in unser Umfeld hinein.
Zeigen wir auf, dass nicht nur die Nutzer der S9 welche Richtung Olten unterwegs sind von
einer Beibehaltung des Läufelfingerlis profitieren, sondern mindestens das ganze
Homburgertal.

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