Artikel,  Gemeinderat Rümlingen

Happyness advantage

Letzte Woche kam unser Ältester zu uns und meinte, wir müssten uns nicht sorgen, wenn wir ihn am nächsten Morgen nirgends finden würden. Er werde früh aufstehen und mit dem Velo im Nachbardorf etwas einkaufen gehen, um seine Schwester zu ihrem Geburtstag zu überraschen.

Am nächsten Morgen hörten wir, wie er sich früh davonschlich und zwischenzeitlich wohl auch noch seinen jüngeren Bruder in sein Vorhaben eingeweiht hat. Fünfviertelstunden später – wir sitzen gemütlich mit dem Geburtstagskind zusammen, kommen die beiden zurück. Den Rucksack gefüllt mit Süssigkeiten für ihre Schwester, Kaugummi und Cola für sich und zwei grosse Getränkeflaschen für uns Eltern. Als sie alles ausgepackt und verteilt hatten, leuchtete nicht nur ein Augenpaar.

Es ist so schön zu sehen, wenn Kinder ein aufmerksames, einfühlsames und grosszügiges Herz haben und damit ihr Umfeld erfreuen. Natürlich streiten sie auch, quengeln oder wollen partout nicht das machen, was man sie heisst. Aber wo Erwachsene eher nachtragend sind und lange brauchen bis Verletzungen heilen, gehen Kinder grosszügiger und positiver miteinander um und aufeinander zu.

Studien haben gezeigt, dass eine positive, glückliche Haltung nachweislich den IQ steigert und die Resilienz sowie die Produktivität erhöht. Shawn Achor, Forscher und Autor hat herausgefunden, dass sich unser Wesen zu einer vermehrten Positivität hin trainieren lässt. Zunächst sei aber wichtig zu erkennen, dass Glücklichsein nicht von Erfolg abhängig ist. Natürlich tragen Erfolge zu unserem positiven Empfinden bei – aber diese Art von Glücklichsein hält nicht hin, sie muss dauernd mit neuen Erfolgen gefüttert werden.

Seiner Meinung nach funktioniert es jedoch anders rum. Menschen, welche eine positive Haltung pflegen, sind in anspruchsvollen Situationen besser gerüstet. Sie sind leistungsfähiger, weniger fehleranfällig und beurteilen Stress häufiger als Chance und nicht als Problem. Ich glaube nicht, dass sich mit einer positiven Haltung alle Probleme lösen lassen. Aber sicher mehr, als wenn wir mit negativer Einstellung eine Herausforderung antreten.

Wie also kann man Positivität trainieren? Achor beschreibt dazu fünf Übungen: Nenne täglich drei Dinge wofür du dankbar bist, hinterlasse einer Person pro Tag eine positive Nachricht, bewege dich jeden Tag zehn Minuten aktiv, schreibe dir täglich das bedeutendste Erlebnis der letzten 24 Stunden auf und nimm dir jeden Tag zwei Minuten Zeit, deinen Gedanken nachzuhängen.

Mein schönstes Erlebnis in den letzten 24 Stunden? Sie haben es bereits gelesen.

Das war meine letzte Carte Blanche als Mitglied des Gemeinderates in Rümlingen. Ob ich ab dem nächsten Jahr allenfalls als Mitglied des Landrates weiterhin zu den Schreiberlingen dieses Formates gehören darf, dass liegt in Ihren Händen. Auf jeden Fall danke ich Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Rückmeldungen in den vergangenen Jahren. Für Sie, geschätzte Leserinnen und Leser setzen sich Menschen mit den unterschiedlichsten Ansichten in der Politik ein, um gemeinsam gute Lösungen zu finden und umzusetzen.

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