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    Magsch no?

    «Andrin, magsch no? – Nei…» unser Jüngster liegt erschöpft auf einem gepolsterten Absperrblock in einem Erlebnispark in der Innerschweiz. Es ist der 1. Januar und natürlich wollte er am Vorabend miterleben, wie das neue Jahr beginnt. Also hat er sich mit seinen bald sechs Jahren wach gehalten um dann nach Tischbombe und «Kinder-Schämpis» kurz nach Mitternacht zufrieden ins Bett zu steigen. Und nun liegen wir nebeneinander auf den Absperrungen zwischen Trampolinen, Kletterwänden und Hindernisbahnen und erholen uns von der letzten Verfolgungsjagd. Meine Gedanken schweifen zum neuen Jahr und ich frage mich, ob es auch so drunter und drüber verlaufen wird wie unser letztes Rennen. Unser Alltag gleicht manchmal solch einem…

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    Wahlbeteiligung auf einen Schlag verdoppeln

    Wissen Sie, was Sie vor 100 Tagen gemacht haben? Ich durfte als Mitglied des Landrates angelobt werden. Ein Resümee zu ziehen würde sich anbieten, aber darauf verzichte ich. Vielmehr möchte ich gleich zwei Versuche mit Ihnen starten. Alle Mitglieder des Landrates sind vom Volk gewählt. Die Wahlbeteiligung der diesjährigen Landratswahlen lag kantonal bei 33 und im Wahlkreis Sissach bei 37 Prozent. Nun hört man immer wieder, dass es den übrigen Zweidritteln egal sei, wer gewählt würde, es würde sich ja ohnehin nichts ändern. Dieser Eindruck ist wohl nicht ganz von der Hand zu weisen. Und gleichwohl ist es meine Überzeugung, dass nur wer sich aktiv an einer Sache beteiligt erwarten darf,…

  • Artikel,  Landrat

    Landrat live – nomen est omen

    Landratspräsident Pascal Ryf eröffnete die Sitzung mit einem Überblick der aktuellen Geschäfte und Herausforderungen. Besonders daran war, dass er ihn spickte mit Namen der Ratsmitglieder und dies so gekonnt, dass er für den einen oder anderen Lacher sorgte. Mit Zeilen wie «Unser Gegeüber isch nit «zwingend» e WOLF im Schofspelz, und mag e anderi Meinig für uns no so Hoor-STRÜBYg si und uns lo TSCHUDIN-ere, vrsueche mr doch enander reschpektvoll zue z’lose, uns enander a z’nöchere und villicht emol über dr eigeni Schatte z’springe.» wurde auch klar, dass hier ein Mitte-Mann gewillt ist, sich für ein lösungsorientiertes Präsidialjahr einzusetzen und so schloss er seine Eröffnungsrede auch mit «Und jetzt isch…

  • Artikel,  Gemeinderat Rümlingen

    Happyness advantage

    Letzte Woche kam unser Ältester zu uns und meinte, wir müssten uns nicht sorgen, wenn wir ihn am nächsten Morgen nirgends finden würden. Er werde früh aufstehen und mit dem Velo im Nachbardorf etwas einkaufen gehen, um seine Schwester zu ihrem Geburtstag zu überraschen. Am nächsten Morgen hörten wir, wie er sich früh davonschlich und zwischenzeitlich wohl auch noch seinen jüngeren Bruder in sein Vorhaben eingeweiht hat. Fünfviertelstunden später – wir sitzen gemütlich mit dem Geburtstagskind zusammen, kommen die beiden zurück. Den Rucksack gefüllt mit Süssigkeiten für ihre Schwester, Kaugummi und Cola für sich und zwei grosse Getränkeflaschen für uns Eltern. Als sie alles ausgepackt und verteilt hatten, leuchtete nicht…

  • Artikel,  Gemeinderat Rümlingen

    Antrieb vs. Stetigkeit

    Es ist nicht alltäglich, dass man einen Mitarbeiter mit über drei Jahrzehnten Betriebstreue in die Pension verabschieden kann. Diese Woche kommt mir bei der Arbeit diese «Ehre» zu teil und die Aufgabe hat mich auf eine kleine Zeitreise geschickt. Als mein Mitarbeiter seine Stelle angetreten ist, drückte ich noch die Primarschulbank. Während seinen ersten Jahren im Betrieb absolvierte ich die obligatorische Schulzeit, machte eine Lehre, brachte die Rekrutenschule hinter mich und lebte für ein halbes Jahr in Kanada und Amerika. Auch in den folgenden Jahren seiner «Treue» zum Betrieb liess ich kaum etwas anbrennen. Ich machte ein Studium, arbeitete in der Westschweiz, lernte meine Frau kennen, zog nach Thun, wechselte…

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    Initiative auf Pump

    In ein paar Wochen stimmen wir über die Pflegeinitiative ab. Sie verfolgt das Ziel, dass einerseits mehr Pflegefachkräfte ausgebildet werden und andererseits, dass die Arbeitsbedingungen so verbessert werden, dass die Pflegefachkräfte länger berufstätig bleiben. Damit soll der Fachkräftemangel beseitigt werden. Aber es gibt gemäss einer Analyse des SECO noch andere Baustellen: «Unter den Berufsfeldern mit dem höchsten Verdacht auf Fachkräftemangel befinden sich neben den Ingenieurberufen auch Technikerinnen und Techniker, die Managementberufe, die Berufe des Rechtswesens oder die Gesundheitsberufe. Starke Anzeichen für einen erhöhten Fachkräftebedarf zeigen auch die Informatikberufe, die Werbe-, Tourismus- und Treuhandberufe, die Bildungs- und Unterrichtsberufe, technische Fachkräfte oder die sozial-, geistes- und naturwissenschaftlichen Berufe.» Parallel hat sich seit…

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    Wert der Worte

    «Aqua». Sie haben es sicher mitbekommen. Christiano Ronaldo hat bei einem Interview an der Fussball Europameisterschaft die vom Sponsor bereit gestellten Cola-Flaschen demonstrativ zur Seite geschoben, seine Wasserflasche gezeigt und dies mit dem einen Wort «Aqua» – Wasser – kommentiert. Der Aktienwert von Coca-Cola ist danach um rund vier Milliarden US-Dollar gesunken. Mir ist bewusst, dass gleichentags noch andere Faktoren den Kursverlauf von Coca-Cola beeinflusst haben – aber um plakativ zu bleiben: ist ein Wort aus Ihrem Mund auch vier Milliarden US-Dollar wert? Nun, für Coca-Cola wohl eher nicht. Diesen Riesenkonzern kümmert es kaum, was Sie oder ich zu sagen haben. Schliesslich heissen wir nicht Christiano Ronaldo und bevorzugen Wasser.…

  • Artikel,  Gemeinderat Rümlingen

    Versorgungsregion APG

    Vor ein paar Wochen sind wir zum ersten Mal mit unserer Familie in die Skiferien gefahren. Unsere Kinder freuten sich riesig, konnten sie doch bei dem vielen Schnee dieses Jahr schon das eine oder andere Mal am «Huushübel» üben. Entsprechend hoch waren ihre Erwartungen an sich selbst. Besonders die älteren zwei waren sich sicher, dass sie wie kleine Jankas den Hang hinunter sausen würden. Nach dem ersten Tag dann aber die Ernüchterung. Das wollte gar nicht funktionieren mit diesen zwei Brettern. Der eine Junge meinte sogar, das sei das doofste Hobby der Welt und er würde sicher nie mehr Skifahren. Mit viel Geduld und gutem Zureden konnten wir dann aber…

  • Artikel,  Gemeinderat Rümlingen

    Dankbarkeit

    Vor ein paar Tagen haben wir damit begonnen, mein Büro in ein Kinderzimmer umzuwandeln. Unsere vier Kinder im Altern von zwei bis bald acht Jahren teilen sich noch zu zweit ein Zimmer. Aber mit dem Älterwerden nimmt der Wunsch nach einem eigenen Rückzugsort zu. Als dann noch der Maler am Freitag anrief, er könne am Montag bei uns beginnen, war das Wochenende geplant. Mit meinem Ältesten machte ich mich an die Arbeit, die Wand- und Deckenelemente zurück zu bauen. Mittendrin meinte er: «Jetzt hast du dir so viel Mühe gegeben, das alles so zu machen und jetzt räumst du es für uns wieder weg.» und gab mir eine Umarmung. Mir…

  • Artikel,  Gemeinderat Rümlingen

    Die Sache mit der Wunschliste

    Als ich klein war, durften wir auf den Geburtstag oder die Weihnachtszeit hin immer eine Wunschliste schreiben. Nicht nur die Eltern, auch die Verwandtschaft und natürlich Gotte und Götti orientierten sich an diesen zuweilen recht abenteuerlichen Listen und sorgten für so manchen glücklichen Moment. Auch in Rümlingen haben wir vom Gemeinderat eine Wunschliste. Nüchterner ausgedrückt: eine Mehrjahresplanung, wo wir nötige Projekte und mögliche Wünsche laufend aufschreiben, priorisieren und ressourcieren. Einer dieser Wünsche ist diesen Sommer in Erfüllung gegangen. Die alten Ölheizungen in unseren drei Gebäuden wurden durch eine neue, zentrale Hackschnitzelheizung ersetzt. Nicht nur können wir so einen kleinen Beitrag zu unserer Ökobilanz beitragen, wir werden künftig – so die…